Offene IT-Stellen sind weniger geworden – doch nicht wegen KI-Verdrängung, sondern weil die Wirtschaft bremst. Du hast als Quereinsteiger weiterhin Chancen, wenn du weißt, wo und wie du suchen musst.
Was der Bitkom-Bericht wirklich zeigt
Die Zahlen stammen aus der aktuellen repräsentativen Befragung des Bitkom, dem deutschen IT-Branchenverband. Rund 850 Unternehmen wurden befragt, das Ergebnis auf ganz Deutschland hochgerechnet. Solche Studien sind kein perfektes Abbild der Realität, aber sie geben ein verlässliches Grundbild.
Was man daraus lesen kann: Die Anzahl der offenen IT-Stellen ist gesunken. Was man daraus nicht lesen kann: dass die IT-Branche am Ende ist oder dass sich ein Einstieg nicht mehr lohnt.
Die Wirtschaft drückt auf die Bremse, nicht KI
Der häufigste Erklärungsversuch lautet: KI hat die Jobs weggenommen. Die Daten zeigen ein anderes Bild.
Laut der Bitkom-Studie haben nur 10 % der Unternehmen, die KI bereits einsetzen, IT-Stellen abgebaut, und das auch nur vereinzelt. 85 % haben bislang keine einzige IT-Stelle durch KI gestrichen. Nur 32 % rechnen künftig überhaupt mit Stellenabbau durch KI.
Der eigentliche Grund für den Rückgang ist simpler: Deutschland steckt in einer Rezession. Siemens, Bosch, VW, Porsche, alle bauen gerade Stellen ab. Wenn es der Realwirtschaft schlecht geht, trifft das auch die IT-Firmen, die an ihr hängen. Während Corona 2020 gab es denselben Einbruch bei den offenen IT-Stellen, der sich danach schnell wieder erholt hat.
KI als Jobkiller? Die Realität ist nüchterner
Nur 42 % der Unternehmen setzen KI überhaupt schon ein, weitere 36 % planen es. Und wenn KI eingesetzt wird, dann vor allem für Wissensmanagement, Automatisierung und Dokumentation. Softwareentwicklung ist in dieser Auswertung mit Abstand der kleinste Bereich.
Was am häufigsten gesucht wird? Klassische IT-Systemadministration und Softwareentwicklung. KI-Spezialisten sucht gerade mal jedes zweite Unternehmen. Der Hype und die Realität klaffen hier ziemlich weit auseinander.
Warum trotzdem 97 % der Firmen keine IT-Leute finden
Das ist der entscheidende Widerspruch: Weniger offene Stellen, aber fast alle Unternehmen haben Probleme, diese zu besetzen. Woran liegt das?
Die Hauptgründe laut Studie:
- Gehaltsvorstellungen passen nicht zu den mitgebrachten Qualifikationen (fast 60 % der Bewerber)
- Fachlich unterqualifiziert für die ausgeschriebene Stelle
- Anforderungen an aktuelle Technologien werden nicht erfüllt
Das klingt nach einem Ausbildungsproblem, und das ist es auch. Viele Ausbildungsgänge und Umschulungen arbeiten mit veralteten Lehrplänen, alten Sprachen und ohne echte Projektarbeit. Wer zwei Jahre lang C# in alten Versionen lernt und nie ein richtiges Software-Projekt umsetzt, hat danach kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt, egal welchen Abschluss er vorweisen kann.
Wer dagegen praxisnah lernt und aktuelle Skills mitbringt, fällt aus der Masse raus. Genau das ist der Ansatz im Fullstack Web Developer Kurs: praxisrelevante Technologien, kein akademischer Overhead.
Was das für deinen Einstieg bedeutet
Der Arbeitsmarkt ist gerade schwieriger als 2022. Das ist Fakt. Aber es ist nicht der Moment zum Abwarten, sondern zum Aufholen.
79.000 offene IT-Stellen sind immer noch eine sehr große Zahl. Wenn die wirtschaftliche Lage sich erholt, was Konjunkturzyklen nun mal tun, werden diese Stellen wieder mehr. Wer dann mit aktuellen Skills auf dem Markt ist, hat einen klaren Vorteil gegenüber denen, die erst dann anfangen.
Abschlüsse alleine öffnen keine Türen mehr. Skills schon. Wenn du jetzt anfängst, die richtigen Technologien zu lernen, bist du zur richtigen Zeit vorbereitet.
Häufige Fragen
Hat KI wirklich IT-Jobs vernichtet?
Nein, nicht in dem Ausmaß, das oft behauptet wird. Laut Bitkom-Studie haben 85 % der Unternehmen bisher keine IT-Stelle durch KI abgebaut. KI wird vor allem für Wissensmanagement, Dokumentation und Automatisierung genutzt, nicht um Softwareentwickler zu ersetzen.
Warum gibt es weniger offene IT-Stellen als noch 2023?
Hauptsächlich wegen der Rezession in Deutschland. Wenn Unternehmen in der Realwirtschaft, also Automobilhersteller, Industriebetriebe, Maschinenbauer, Stellen abbauen und weniger investieren, stellt auch die an sie gebundene IT-Branche weniger ein. Dieser Effekt war genauso während Corona zu beobachten und hat sich damals schnell wieder umgekehrt.
Lohnt sich ein IT-Einstieg 2026 noch?
Ja. Der Arbeitsmarkt ist anspruchsvoller geworden, aber der Mangel an qualifizierten Fachkräften ist unverändert hoch. 97 % der Unternehmen haben Probleme, IT-Stellen zu besetzen. Wer praxisnah ausgebildet wird und aktuelle Technologien beherrscht, hat nach wie vor gute Chancen. Wenn du mit einem Bildungsgutschein gefördert werden kannst, ist der finanzielle Einstieg außerdem nahezu risikofrei.